Frauenbund Schnaitsee

12.12.2017

Der Frauenbund Schnaitsee hat mit Kuchenverkauf auf dem Markt 500 Euro gesammelt und über meine Schwester an mich weiter geleitet. Vielen Dank an alle fleißigen Frauen!

Dieses Geld ging in eine Community Schule. Sie heisst Ikubusiko. Dort drohte eine Mauer einzustürzen. Da die Regenzeit erst beginnt, war große Eile geboten etwas zu unternehmen, bevor sie unterspült wird und auf Kinder fällt, die dort vorbei laufen müssen, um in ihre Klasse zu kommen. Gut dass ich da schnell und unbürokratisch helfen konnte. Wir haben die Mauer mit drei Betonpfeilern abgestützt.

Ausserdem habe ich eine Art Gehsteig bauen lassen, damit man nicht jedesmal knöcheltief im Schlamm steckt, wenn man in die Schule geht.

Dann war ich noch mit meinem Gärtner Sunday im Compound, um Farbe zu kaufen. Sie haben die Aussenansicht ein bisserl netter gestaltet. Was mit dem zweiten Farbeimer geschieht, den ich vorbei gebracht habe, werden wir im neuen Jahr sehen.

Vorher:

Nachher:

Bis bald und frohe Weihnachten

Die Zeit vergeht

7.12.2017

Das letzte Jahr in Sambia bricht bald an.

Meine Freundin Heike war im November zu Besuch. Es war wie immer mit ihr eine superschöne Zeit. Wir waren gemeinsam im South Luangwa. Wie immer in diesem Nationalpark haben wir viele Tiere gesehen. Ich möchte euch nicht langweilen mit immer denselben Fotos, aber ein paar müssen einfach geschickt werden.

Weihnachten steht vor der Türe. Bei uns ist es um diese Zeit sehr heiß. Die Regenzeit hat noch immer nicht richtig angefangen. Nur ein paar Minuten in der Woche ein paar Tropfen.
So richtige Weihnachtsstimmung will sich bei mir nicht einstellen. Da hilft auch nicht Plätzchenbacken bei 30 Grad.
Im Kinderheim Living Hope, in dem ich immer noch einmal die Woche arbeite, versuchen wir die Stimmung mit Basteln zu zaubern.

Am interessantesten war für die Buben der Glitzer

Auch heuer gab es wieder für jeden Buben ein Geschenk. Für einige ist das ihr erstes eigenes und eingepacktes Geschenk. Es gab neue Sonnenkappen, Socken (Socken sind hier bessere Geschenke als in Deutschland), Stifte und ein paar Süßigkeiten. Danke an meinen Bruder, meine Schwägerin und ihren Sohn Neo, der vom Taschengeld 5 Euro dazu gespendet hat. Somit gab es auch noch für alle einen Lederfußball.

Bis bald

Oktoberfest in Sambia

16. September 2017

Pünktlich zum Wiesnbeginn versuchte Lusaka ein Oktoberfest zu veranstalten.
Leo und ich haben uns in die Tracht gezwängt und waren dort. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft wir fotografiert worden sind. Wir waren die einzigen Bayern dort und die Einzigen, die eine originale Tracht anhatten. Sogar das lokale Fernsehen wollte ein Interview.

Leider war das Fest nicht annähernd Wiesn-ähnlich. Am schlimmsten aber war die Techno-Musik aus vielen Lautsprechern. Allerdings hatten wir natürlich super Wetter.

Bis bald

Besuch von Vater und Tochter

Dienstag 5. September 2017

Mitte August bekamen wir Besuch aus Deutschland, weshalb ich keine Zeit zum Schreiben fand. Es hat mich sehr gefreut, dass sich mein Vater die lange und anstrengende Reise zugetraut hat.

Wir haben natürlich wieder Ausflüge in den Busch unternommen.

Mit dem Flieger in 40 Minuten für zwei Nächte an den Lower Zambezi

Im Zambezi Nationalpark

Mein Vater und meine Tochter Regina begleiteten mich auch bei meinem normalen Tagesablauf

Wir hatten eine schöne Zeit. Erst durch Menschen, die das erste Mal in Sambia sind, merke ich wie viel ich hier gelernt und geschafft habe. Ich bekomme Bewunderung für Dinge, die mittlerweile normal für mich sind. Wenn ich aber an die Anfangszeit in Lusaka zurückdenke, dann bin ich doch ein bisschen stolz, dass ich es geschafft habe, ein neues Leben hier aufzubauen.

Sowohl mit Sambiern …

… als auch mit Deutschen …

… oder anderen Nationalitäten …

… oder einfach nur das eigene Haus so bewohnbar zu machen, dass man ohne größere Probleme darin wohnen kann.

Bis bald

 

Manches ist in Afrika auch einfacher

Sonntag, 18.Juni 2017

Wir hatten einen platten Autoreifen. Glücklicherweise war eine Werkstatt nicht weit entfernt. Dort haben sie innerhalb zwei Minuten den Reifen abgenommen, die tiefsitzende Glasscherbe entfernt und dann mit einem Messer in den Reifen gestochen. Zuerst dachten wir, die wollen uns verarsc… doch dann sahen wir, dass es nicht wirklich ein Messer war, sondern sowas wie eine riesige Nadel. Mit der haben sie durch den Reifen und durch das Profil eine Art Gummi gezogen. Dann den Rest abgeschnitten und den Reifen wieder aufgepumpt. Das ganze hat umgerechnet 2.50 Euro gekostet und hält nun schon drei Monate absolut dicht.

Wenn man in einem Laden Möbel bestellt (wir z.B. haben ein Doppelbett für Gäste gekauft), dann fragen sie an der Kasse: „Wann sollen wir liefern. In einer Stunde oder in zwei oder jetzt sofort?“ So war es auch mit den neuen Granitarbeitsplatten für die Küche. Die hat der neue Vermieter versprochen. Also suchten wir uns welche aus, fuhren sofort danach mit einem Mitarbeiter zu uns nach Hause, um die Maße zu nehmen, und dann wird zwei Tage später geliefert. Gut, leider können sie nicht so gut messen und zwei von drei Platten mussten sie wieder mitnehmen, aber drei Stunden später kamen die Platten in der richtigen Größe an.

Strafen für zu schnelles Fahren, werden sofort kassiert. Besser ist man zahlt und diskutiert nicht, auch wenn man sich sicher ist, dass man sich ans Tempo gehalten hat. Dafür bekommt man aber auch einen wunderschönen Strafzettel.

Viele Dinge die in Deutschland kompliziert sind, erledigen sich hier zum Teil mit Handschlag oder mündlich. Nicht alles ist für deutsches Denken einfach zu akzeptieren und für eine Beamtenseele schon gleich gar nicht, aber bei genauer Betrachtung, mit ein bissal Abstand, dann doch die einfachere Lösung.

Zum Beispiel ist mir ein Autofahrer in die Seite gefahren. Ausser ein paar Schrammen am Auto ist nicht viel passiert.
Bei soetwas muss der Deutsche anders denken als gewohnt. Auch wenn du nicht Schuld bist, beim Auto sind die Afrikaner nicht zimperlich. Da fährt man hier einfach weiter. So sehen die Autos aber auch aus.

Bis bald

Ich besichtige Schulen

Samstag, 17. Juni 2017

Durch DISA komme ich in verschiedene Schulen oder Heime, die um Spenden fragen. Wir vom Komitee kontrollieren jede Anfrage genau. Es müssen ein paar Kriterien erfüllt sein, damit überhaupt über Sponsoring diskutiert wird. Natürlich reden wir immer nur über den Tropfen auf den heißen Stein, aber jeder Tropfen zählt.

Eine Schule im Ngombe Compound. Sie bitten um Tische, damit die Kinder nicht auf dem Schoß das Schreiben lernen müssen.

Hier gab es heute zwar kein Mittagessen, aber die Mittagsruhe gibt es kostenlos.

In diese Schule konnten wir schon ein paar Regale und Tische liefern. Das schöne dabei ist, dass wir die Möbel wieder bei APTERS bestellt haben. Manche von euch erinnern sich vieleicht an die kleine Firma, die von körperlich Beeinträchtigten geführt wird und die aus Papier Gehhilfen und auch Möbel herstellt.

Auch bei Living Hope habe ich ein Waschbecken anbringen lassen. Bisher haben sich alle Heimbuben in der blauen Tonne die Hände gewaschen.

Wenn ich das eher gewusst hätte, hätte ich das schon früher geändert. Kein Wunder, dass sie ständig krank sind. Aber hier in Afrika muss man schon viel Vertrauen verdienen, wenn eine Frau in ein Bubenbadezimmer gehen darf. Erst dann habe ich die Zustände von Toiletten und dem Wascheimer gesehen.

Es gibt viel zu tun.

Bis bald

Hühner im Hause Kappelmeier

Freitag, 16.06.2017

Da wir jetzt einen sehr großen Garten haben, habe ich beschlossen ein paar Hühner anzuschaffen. Sechs Hennen und ein Hahn haben nun für afrikanische Verhältnisse ein Paradies gefunden.

Unsere Angestellten lecken sich schon die Finger, da alle ganz heiß auf Village Chicken sind. Das sind natürlich bessere Hühner als die Zuchthühner, die in sechs Wochen reif zum Schlachten sind. Sie haben sehr gestaunt und ich denke sie lachen über uns, weil wir Hühner als Haustiere halten und ihnen sogar Namen geben. Erst wenn sie keine Eier mehr legen, können wir über eine Schlachtung nachdenken. Schlachten kann übrigens jeder unserer Leute. Sie freuen sich schon auf das Festessen.

Jetzt müssen wir erst mal die Federn stutzen, damit sie nicht wegfliegen.

Die Natur rückt sehr nahe hier. Gestern habe ich im Garten eine Eule mit Baby entdeckt. Sind die nicht wunderschön?

Oder auch einfach die Vögel, denen ich beim Abendessen zusehen kann.

Bis bald

Wir sind umgezogen

10.05.2017

Sehr spontan ist ein Haus in der Ngwezi Road frei geworden, welches vorher Freunde bewohnt haben. Schnellentschlossen sagten wir zu und nun sind wir eingezogen. Dieses Haus hat bis jetzt ein dichtes Dach, funktionierende Bäder und eine Solaranlage auf dem Dach. Die Miete ist die gleiche, also griffen wir zu. Leider liegt es nur um die Ecke des vorherigen Hauses, was bedeutet wir leben wieder im Bezirk Roma. Trotzdem ist es hier viel besser mit der Mückenplage. Der Garten ist riesig und nicht so dicht bepflanzt. Wir denken deshalb sind hier weniger Mücken.

Jedenfalls gefällt es uns hier und wir genießen wieder die Abende auf der Terrasse und nicht im Wohnzimmer vor der Glotze.

Hier haben wir noch mehr Obst als in der Mutandwa Road. Orangen, Zitronen, Avokados, Mangos, Guaven, Papaja, Maracuja, Kumquats und vieles, das ich noch nicht erkenne.

Ausserdem gibt es ein kleines Ferienhaus im Garten. Der Vermieter möchte hier einmal im Jahr ein paar Wochen verbringen. Wenn er es nicht gerade braucht, können wir dort unsere Gäste unterbringen.

Und damit nicht gleich alle auf einmal kommen wollen, hier noch die Nachricht, dass meine Katze Max die erste Ratte gekillt und ins Wohnzimmer gebracht hat. Ich musste es ihm also nicht lernen. Er ist ein Naturtalent.

Bis bald, vieleicht sogar in Afrika
Eure Martina

Living Hope

Mittwoch 10.5.2017

Im Kinderheim spielen, lesen und rechnen wir nicht nur.

Letzte Woche habe ich ein neues Regal besorgt, in das jetzt alle Stifte, Bücher, Papier und alle Spiele, die ich schon mitgebracht habe, hinein kommen. Da ständig irgendetwas fehlt, habe ich da mal nachgeforscht warum. So habe ich erfahren, dass die Jungs untereinander leider auch stehlen. Immer wenn wieder einer der Buben geht, fehlt etwas. Deshalb habe ich jetzt die Türe zum Zimmer der jüngeren reparieren lassen. Bis dahin konnte man den (ich nenne es mal Holzverschlag) nur mit Kraft und nur gerade soweit öffnen, dass man durchpasst. Der Schreiner brachte das für umgerechnet 14 Euro in Ordnung, inklusive einer Türklinke und einem Schloss. Jetzt kann man das Zimmer absperren.

Trotzdem erklärte dieses Problem nicht, warum von jedem Kartenspiel immer ein paar Karten fehlten. Also ließ ich meinen mütterlichen Gefühlen freien Lauf und orderte an zum Zimmerappel. Dabei wurde so einiges klar. Alles was jeder einzelne besitzt, wird unter der jeweiligen Matratze gelagert.

Dazu muss ich nichts mehr schreiben.

Zu meinem Entsetzen fand ich unter den Matratzen nicht nur Müll, sondern auch hunderte von krabbelnden Wesen. Noch nie habe ich mich so geekelt. Wieder zu Hause musste ich erst mal unter die Dusche und die Kleidung wechseln.

Doch nicht nur das neue Regal brachte Freude, ich konnte von Spenden auch jede Menge Setzlinge kaufen, die wir dann in einem riesigen Beet einpflanzten. Das bedeutet für das nächste halbe Jahr, jede Menge Abwechslung an Gemüse, das zum Nschima gegessen werden kann.

Ausserdem besuchten Leo und ich die gerade frisch gestartete Hühnerfarm.

Sieht recht sauber und gepflegt aus. Das macht Hoffnung, das Darlehen zurück zu bekommen.

Über DISA habe ich eine neu gebaute, klitze kleine Schule im Compound in unserer Nähe besucht.

Aus Spenden verschiedener Organisationen konnten die Mauern und das Dach für drei Klassenzimmer gebaut werden. Fenster und Türen fehlen noch.

Was in der kommenden kalten Jahreszeit ein Problem darstellt. Sie versuchen es mit Mützen und warmen Kleidern zu managen. Vieleicht findet sich nächstes Jahr ein Spender, der die Türen und Fenster spendiert. Ebenso fehlen am Essplatz und in der geplanten Bücherei noch Mauern, Dach und Fenster. Sehr schade, dass der Staat sich nicht um Schulen kümmert. Tante Rosmarie, eine in Rente lebende Lehrerin, kümmert sich mit Hilfe einiger Eltern aus dem Compound um die Kinder und die Organisation der Mahlzeiten. Alle bekommen dort Frühstück und Mittagessen. Sie wollen gerne, dass die Kinder 100 Kwacha im Monat bezahlen, damit die Lehrer ein Gehalt bekommen. Rosmarie sagte uns, dass die Eltern selten die 100 Kwacha, was umgerechnet 10 Euro sind, bezahlen können. Es gibt dort auch keinen Brunnen, also müssen sie jeden Tropfen Wasser kaufen und hintragen.

Das ist aber nicht die einzige und auch nicht die schlechteste Schule. Trotzdem sponsort DISA für diese aus Eigeninitiative entstandene Schule die Tische und Bänke.

Bis bald