Manches ist in Afrika auch einfacher

Sonntag, 18.Juni 2017

Wir hatten einen platten Autoreifen. Glücklicherweise war eine Werkstatt nicht weit entfernt. Dort haben sie innerhalb zwei Minuten den Reifen abgenommen, die tiefsitzende Glasscherbe entfernt und dann mit einem Messer in den Reifen gestochen. Zuerst dachten wir, die wollen uns verarsc… doch dann sahen wir, dass es nicht wirklich ein Messer war, sondern sowas wie eine riesige Nadel. Mit der haben sie durch den Reifen und durch das Profil eine Art Gummi gezogen. Dann den Rest abgeschnitten und den Reifen wieder aufgepumpt. Das ganze hat umgerechnet 2.50 Euro gekostet und hält nun schon drei Monate absolut dicht.

Wenn man in einem Laden Möbel bestellt (wir z.B. haben ein Doppelbett für Gäste gekauft), dann fragen sie an der Kasse: „Wann sollen wir liefern. In einer Stunde oder in zwei oder jetzt sofort?“ So war es auch mit den neuen Granitarbeitsplatten für die Küche. Die hat der neue Vermieter versprochen. Also suchten wir uns welche aus, fuhren sofort danach mit einem Mitarbeiter zu uns nach Hause, um die Maße zu nehmen, und dann wird zwei Tage später geliefert. Gut, leider können sie nicht so gut messen und zwei von drei Platten mussten sie wieder mitnehmen, aber drei Stunden später kamen die Platten in der richtigen Größe an.

Strafen für zu schnelles Fahren, werden sofort kassiert. Besser ist man zahlt und diskutiert nicht, auch wenn man sich sicher ist, dass man sich ans Tempo gehalten hat. Dafür bekommt man aber auch einen wunderschönen Strafzettel.

Viele Dinge die in Deutschland kompliziert sind, erledigen sich hier zum Teil mit Handschlag oder mündlich. Nicht alles ist für deutsches Denken einfach zu akzeptieren und für eine Beamtenseele schon gleich gar nicht, aber bei genauer Betrachtung, mit ein bissal Abstand, dann doch die einfachere Lösung.

Zum Beispiel ist mir ein Autofahrer in die Seite gefahren. Ausser ein paar Schrammen am Auto ist nicht viel passiert.
Bei soetwas muss der Deutsche anders denken als gewohnt. Auch wenn du nicht Schuld bist, beim Auto sind die Afrikaner nicht zimperlich. Da fährt man hier einfach weiter. So sehen die Autos aber auch aus.

Bis bald

Ich besichtige Schulen

Samstag, 17. Juni 2017

Durch DISA komme ich in verschiedene Schulen oder Heime, die um Spenden fragen. Wir vom Komitee kontrollieren jede Anfrage genau. Es müssen ein paar Kriterien erfüllt sein, damit überhaupt über Sponsoring diskutiert wird. Natürlich reden wir immer nur über den Tropfen auf den heißen Stein, aber jeder Tropfen zählt.

Eine Schule im Ngombe Compound. Sie bitten um Tische, damit die Kinder nicht auf dem Schoß das Schreiben lernen müssen.

Hier gab es heute zwar kein Mittagessen, aber die Mittagsruhe gibt es kostenlos.

In diese Schule konnten wir schon ein paar Regale und Tische liefern. Das schöne dabei ist, dass wir die Möbel wieder bei APTERS bestellt haben. Manche von euch erinnern sich vieleicht an die kleine Firma, die von körperlich Beeinträchtigten geführt wird und die aus Papier Gehhilfen und auch Möbel herstellt.

Auch bei Living Hope habe ich ein Waschbecken anbringen lassen. Bisher haben sich alle Heimbuben in der blauen Tonne die Hände gewaschen.

Wenn ich das eher gewusst hätte, hätte ich das schon früher geändert. Kein Wunder, dass sie ständig krank sind. Aber hier in Afrika muss man schon viel Vertrauen verdienen, wenn eine Frau in ein Bubenbadezimmer gehen darf. Erst dann habe ich die Zustände von Toiletten und dem Wascheimer gesehen.

Es gibt viel zu tun.

Bis bald

Hühner im Hause Kappelmeier

Freitag, 16.06.2017

Da wir jetzt einen sehr großen Garten haben, habe ich beschlossen ein paar Hühner anzuschaffen. Sechs Hennen und ein Hahn haben nun für afrikanische Verhältnisse ein Paradies gefunden.

Unsere Angestellten lecken sich schon die Finger, da alle ganz heiß auf Village Chicken sind. Das sind natürlich bessere Hühner als die Zuchthühner, die in sechs Wochen reif zum Schlachten sind. Sie haben sehr gestaunt und ich denke sie lachen über uns, weil wir Hühner als Haustiere halten und ihnen sogar Namen geben. Erst wenn sie keine Eier mehr legen, können wir über eine Schlachtung nachdenken. Schlachten kann übrigens jeder unserer Leute. Sie freuen sich schon auf das Festessen.

Jetzt müssen wir erst mal die Federn stutzen, damit sie nicht wegfliegen.

Die Natur rückt sehr nahe hier. Gestern habe ich im Garten eine Eule mit Baby entdeckt. Sind die nicht wunderschön?

Oder auch einfach die Vögel, denen ich beim Abendessen zusehen kann.

Bis bald

Wir sind umgezogen

10.05.2017

Sehr spontan ist ein Haus in der Ngwezi Road frei geworden, welches vorher Freunde bewohnt haben. Schnellentschlossen sagten wir zu und nun sind wir eingezogen. Dieses Haus hat bis jetzt ein dichtes Dach, funktionierende Bäder und eine Solaranlage auf dem Dach. Die Miete ist die gleiche, also griffen wir zu. Leider liegt es nur um die Ecke des vorherigen Hauses, was bedeutet wir leben wieder im Bezirk Roma. Trotzdem ist es hier viel besser mit der Mückenplage. Der Garten ist riesig und nicht so dicht bepflanzt. Wir denken deshalb sind hier weniger Mücken.

Jedenfalls gefällt es uns hier und wir genießen wieder die Abende auf der Terrasse und nicht im Wohnzimmer vor der Glotze.

Hier haben wir noch mehr Obst als in der Mutandwa Road. Orangen, Zitronen, Avokados, Mangos, Guaven, Papaja, Maracuja, Kumquats und vieles, das ich noch nicht erkenne.

Ausserdem gibt es ein kleines Ferienhaus im Garten. Der Vermieter möchte hier einmal im Jahr ein paar Wochen verbringen. Wenn er es nicht gerade braucht, können wir dort unsere Gäste unterbringen.

Und damit nicht gleich alle auf einmal kommen wollen, hier noch die Nachricht, dass meine Katze Max die erste Ratte gekillt und ins Wohnzimmer gebracht hat. Ich musste es ihm also nicht lernen. Er ist ein Naturtalent.

Bis bald, vieleicht sogar in Afrika
Eure Martina

Living Hope

Mittwoch 10.5.2017

Im Kinderheim spielen, lesen und rechnen wir nicht nur.

Letzte Woche habe ich ein neues Regal besorgt, in das jetzt alle Stifte, Bücher, Papier und alle Spiele, die ich schon mitgebracht habe, hinein kommen. Da ständig irgendetwas fehlt, habe ich da mal nachgeforscht warum. So habe ich erfahren, dass die Jungs untereinander leider auch stehlen. Immer wenn wieder einer der Buben geht, fehlt etwas. Deshalb habe ich jetzt die Türe zum Zimmer der jüngeren reparieren lassen. Bis dahin konnte man den (ich nenne es mal Holzverschlag) nur mit Kraft und nur gerade soweit öffnen, dass man durchpasst. Der Schreiner brachte das für umgerechnet 14 Euro in Ordnung, inklusive einer Türklinke und einem Schloss. Jetzt kann man das Zimmer absperren.

Trotzdem erklärte dieses Problem nicht, warum von jedem Kartenspiel immer ein paar Karten fehlten. Also ließ ich meinen mütterlichen Gefühlen freien Lauf und orderte an zum Zimmerappel. Dabei wurde so einiges klar. Alles was jeder einzelne besitzt, wird unter der jeweiligen Matratze gelagert.

Dazu muss ich nichts mehr schreiben.

Zu meinem Entsetzen fand ich unter den Matratzen nicht nur Müll, sondern auch hunderte von krabbelnden Wesen. Noch nie habe ich mich so geekelt. Wieder zu Hause musste ich erst mal unter die Dusche und die Kleidung wechseln.

Doch nicht nur das neue Regal brachte Freude, ich konnte von Spenden auch jede Menge Setzlinge kaufen, die wir dann in einem riesigen Beet einpflanzten. Das bedeutet für das nächste halbe Jahr, jede Menge Abwechslung an Gemüse, das zum Nschima gegessen werden kann.

Ausserdem besuchten Leo und ich die gerade frisch gestartete Hühnerfarm.

Sieht recht sauber und gepflegt aus. Das macht Hoffnung, das Darlehen zurück zu bekommen.

Über DISA habe ich eine neu gebaute, klitze kleine Schule im Compound in unserer Nähe besucht.

Aus Spenden verschiedener Organisationen konnten die Mauern und das Dach für drei Klassenzimmer gebaut werden. Fenster und Türen fehlen noch.

Was in der kommenden kalten Jahreszeit ein Problem darstellt. Sie versuchen es mit Mützen und warmen Kleidern zu managen. Vieleicht findet sich nächstes Jahr ein Spender, der die Türen und Fenster spendiert. Ebenso fehlen am Essplatz und in der geplanten Bücherei noch Mauern, Dach und Fenster. Sehr schade, dass der Staat sich nicht um Schulen kümmert. Tante Rosmarie, eine in Rente lebende Lehrerin, kümmert sich mit Hilfe einiger Eltern aus dem Compound um die Kinder und die Organisation der Mahlzeiten. Alle bekommen dort Frühstück und Mittagessen. Sie wollen gerne, dass die Kinder 100 Kwacha im Monat bezahlen, damit die Lehrer ein Gehalt bekommen. Rosmarie sagte uns, dass die Eltern selten die 100 Kwacha, was umgerechnet 10 Euro sind, bezahlen können. Es gibt dort auch keinen Brunnen, also müssen sie jeden Tropfen Wasser kaufen und hintragen.

Das ist aber nicht die einzige und auch nicht die schlechteste Schule. Trotzdem sponsort DISA für diese aus Eigeninitiative entstandene Schule die Tische und Bänke.

Bis bald

Freizeit Gestaltung

15.04.2017

Am 15.4. waren wir zur Taufe des achten Kindes von Thomas, unseres Wochenend-Wächters eingeladen.

Mitten im Compound steht eine recht große und hübsche Kirche. Man konnte lesen, dass das Gebäude von deutschen Bischöfen eingeweiht wurde. Mit großer Sicherheit auch finanziert. Das weiß ich aber nicht genau.

Die musikalischen Aufführungen gehen weiter. Der letzte Auftritt der Lusaka Brass Group war in der Alliance Francaise bei einem Konzert zum Thema Italien.

Auch hier kann man edel gedeckte Tische finden. Selten zwar, aber hier in einem italienischen Restaurant fanden wir sie. Das war ein Benefiz-Abend zugunsten von Straßenkindern in Lusaka. Einige von ihnen führten ein witziges Theaterstück auf.

Bei einem Wochenendausflug an den Karibasee erholten wir uns.

Auf der Heimfahrt kauften wir einem Straßenhändler diese Schildkröte ab und haben sie damit vor dem sicheren Tod im Kochtopf gerettet.

Bis bald

Spenden Kontonummer

20. März 2017

Nachdem mich einige Leute darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Kontonummer nicht leicht zu finden ist, bekommt sie hiermit eine eigene Überschrift.

IBAN DE30 2004 1111 0180 8724 00

BIC COBADEHDXXX

Danke an alle Spender. Nochmal versichere ich, dass alle Gelder bei Bedürftigen ankommen. Manchmal wird es in größere Dinge investiert, wie Schulgeld oder Einrichtung und manchmal auch in kleine, wie z.B. die Schürzen für die Köchinnen. Manchmal, aber eher selten, auch in vergnügliche Dinge wie für alle eine Fanta oder für ein ferngesteuertes Auto.

Hier erzähle ich noch von einem waghalsigen Unterfangen, das aber nur von Leo, mir und unserer Tochter Lena privat finanziert wird:

Farai, der Erzieher im Heim, möchte für vier Buben, die jetzt volljährig sind, eine Zukunft aufbauen. Sie möchten eine Hühnerfarm gründen. Dafür brauchen sie ein zinsloses Darlehen. Seinem Business Plan nach zu schließen, könnte der nicht unerhebliche Betrag nach einem Jahr zurückbezahlt werden. Da wir die Idee geprüft und für gut befunden haben, werden wir persönlich das Risiko auf uns nehmen und mehrere Hundert Euro investieren. Wenn alles gut geht, was in Afrika nicht sicher ist, bekommen wir unser Geld wieder und vier junge Männer haben finanziell eine Zukunft. Ich halte euch auch über dieses Risikogeschäft auf dem Laufenden.

Bis bald

Meine Schwester war da

Sonntag 19.3.2017

Ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Das liegt daran, dass Ende Januar meine Schwester für drei Wochen bei uns zu Besuch war. Danach bin ich für drei Wochen mit ihr zurück nach Deutschland geflogen.

Im Februar war ich mit Brigitte natürlich in Livingstone. Während der Regenzeit gehört dieser Ausflug zum Pflichtprogramm. Herrliche Ausflüge, viel Wasser in den Falls und interessante Besuche auf Märkten.

Nach einem Jahr in Afrika, habe ich endlich den Mut aufgebracht, die typischen getrockneten Raupen zu probieren. Nach meinem Empfinden ist der Geschmack leicht fischig, ein bisschen modrig und sehr sehr trocken. Im Wasser einweichen und dann in der Pfanne rösten, werde ich mir sparen. Das wäre auch eine Art die Kapentas zu genießen.

Oder eine sehr gute Portion Krokodilrippchen.

Natürlich auch wieder einen Tagesausflug rüber nach Botswana in den Chobe Nationalpark.

Obwohl ich dort nun schon dreimal war, ist das immer wieder atemberaubend.

Wir haben im Mosi-Oa-Tunya Nationalpark, der ist in Sambia, sogar vier Nashörner gesehen.

Das traurige bei diesem seltenen Anblick ist, dass jedes Nashorn einen eigenen Guard mit Maschinengewehren hat. Diese Männer verfolgen die Tiere überall hin und bewachen sie Tag und Nacht. Die Angst vor Wilderern, die nur der Potenz wegen den Tieren ihr Horn abschneiden, ist leider berechtigt.

Die letzte Woche hat Brigitte meinen normalen Alltag miterlebt.

Z.B. im Kinderheim. Hier haben die Köchinnen gerade die lange gewünschte Arbeitstracht geschenkt bekommen. Auch der Hausmeister hat eine Uniform bekommen. Ich verstehe auch nicht, warum die Tracht so unglaublich hohen Stellenwert hat. Die zwei Frauen kochen auf dem Boden und tragen jedes Tröpfchen Wasser in Eimern in die sogenannte Küche. Aber ihr Wunsch, den sie sogar schriftlich verfasst haben war, wenn ich wieder Spenden übrig habe, wollen sie eine Arbeitstracht.

In Deutschland haben wir den 80. Geburtstag meines Vaters gefeiert. Das war ein schöner Anlass, wieder mal zurück zu fliegen.

In der Zwischenzeit hat Sambia den Afrikacup im Fußball gewonnen und damit die Qualifikation für den Worldcup. Alle sind ganz aus dem Häuschen. Fußball wird, wie in Deutschland, sehr wichtig genommen.

Bis bald

Was noch so los war

Freitag, 13. Januar 2017

Keegan, unser Nachtwächter, hatte seine Abschlußfeier für das Lehramtsstudium. Da seine Frau und seine Familie in einem anderen Teil von Sambia lebt, waren Leo und ich seine einzigen Gäste bei dieser Feier. Da er zu Leo sowieso Papa, und zu mir Mama sagt, war es fast familiär. Wir waren zwar die einzigen Weißen unter 500 Schwarzen, aber wir denken, Keegan war stolz.

Bei Leos Arbeit, gibt es langsame Fortschritte. Das größte Problem ist für Sambier, von jemandem Geld oder in seinem Fall Steuern zu verlangen, wenn das Gegenüber behauptet es habe kein Geld. Es gibt für das ganze Land, Sambia hat ca. 14 Mio. Einwohner, aber nur 6 Vollzieher. Niemand will diesen Job machen, denn da muss man ja „böse“ sein und Geld kassieren. Letztens bei einer Besprechung machte jemand die Leute vom Finanzamt darauf aufmerksam, dass es Steuerzahler mit mehr als einem Konto gibt. Darauf kam ein Kommentar: „Das ist ja gemein“. Tja, das ist für die meisten kaum vorstellbar. Nur wenige besitzen überhaupt ein Bankkonto. Auch unsere Angestellten wollen ihr Gehalt in bar. Keiner von ihnen hat ein Konto. Warum auch. Es muss sowieso alles bar bezahlt werden.

Am Montag fängt ein neues Schuljahr an. Also haben wir wieder das Problem der Schulkosten. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Spendern, die das letzte Jahr immer wieder gespendet haben, herzlich bedanken. Sogar Freunde meiner Kinder sind darunter. Vielen Dank, Peter Paulini! Ich bin sicher, die jungen Leute können ihr Geld selber gut brauchen und trotzdem gibt er etwas ab. Das macht doch Freude an der heutigen Jugend. Ich habe damit Schulhefte für die Heimkinder gekauft. Von den erneuten Spenden der Schneemeiers, möchte ich unbedingt ein oder zwei Regale kaufen. Jeden Morgen wird in Kartons gewühlt und ein Teil zum Anziehen herausgefischt. Dinge wie Papier, das ich besorgt habe oder die Stifte, werden unter den Matratzen gelagert. Ich arbeite an ein wenig Gemütlichkeit. Vieles ist jetzt schon sehr viel besser.

Bis bald.

Video-Abend im Kinderheim und Sansibar

Montag 9. Januar 2017

Kurz vor Weihnachten gestaltete ich eine kleine Weihnachtsfeier im Heim „Living Hope“. Für jeden Buben kaufte ich ein kleines Geschenk. Das war sicher das erste Mal, dass jeder persönlich ein Packerl zum Auspacken bekam.
Außerdem machte ich riesen Portionen Popkorn und kaufte für alle Fanta. Dann schauten wir zusammen einen Zeichentrickflim. Dazu brachte der Pfarrer einen Beamer und Leo seinen Computer. Es funktionierte besser als gedacht. Der Strom fiel nicht aus und der Beamer tat gute Arbeit. Es herrschte eine angenehm fröhliche Stimmung.

Dann war es endlich soweit und der 22.12. war da. Der Tag unserer Abreise in den Weihnachtsurlaub. Natürlich ging nicht alles glatt. Erst kam das Flugzeug, das uns von Lusaka nach Nairobi bringen sollte, nicht. Nach zwei Stunden Wartezeit lief eine Frau durch die kleine Abflughalle und erzählte jedem persönlich, dass der Flieger kaputt ist. Der nächste kommt morgen früh. Also schliefen wir diese Nacht auf dem Flughafen, auf dem ab 24 Uhr alles dicht ist. Nicht mal ein Wasser kann man dann kaufen.

So gegen sechs Uhr starteten wir mit Zwischenlandung in Malawi nach Nairobi. Da unser Anschlussflug nach Sansibar natürlich längst weg war, mussten wir weitere 9 Stunden auf den nächsten freien Platz warten. Mittlerweile war Weihnachten und Hauptsaison für Sansibar. Kenia Airways hat uns auch in Nairobi ohne Essens- oder Getränkegutschein stehen lassen. Na ja, wir sind dann doch noch sicher angekommen.
Jetzt hieß es auf die Kinder warten. Sie sind von München am 23. 12. nach der Arbeit gestartet und sollten am 24. mittags bei uns sein. Auch sie verpassten den letzten Flug von Daressalam nach Sansibar. Sie brauchten ein Visum für Tansania und das dauerte so lange wegen der Menschenschlange, dass ihr Flug weg war. Jetzt standen sie am 24. Dezember in Daressalam. Eine halbe Flugstunde von uns entfernt und nichts ging mehr. Wir – mittlerweile in Sansibar – saßen auf Kohlen, ob und wie sie noch ankommen oder nicht. Das Weihnachtsmenü wartet und wir hatten plötzlich keinen Kontakt mehr mit ihnen. Um 8 Uhr abends, kam eine Dame an unseren Tisch und meinte, die Kinder seien jetzt da. Kaum zu glauben aber wahr. Welche Freude! Meine Mädels haben doch glatt einfach einen Flug mit einer kleinen Privatmaschine gebucht, bar bezahlt und von den 12 Plätzen noch ihre zwei bekommen. Der Copilot musste zwar aussteigen und seinen Sitzplatz freigeben, aber am Heiligen Abend liegt ein besonderer Schutz auf allen und so feierten wir Weihnachten zu viert.

Dann genossen wir noch zwei Wochen an einem Traum-Strand.

Bis bald.