Maxi, das neue Familienmitglied

Sonntag, 4. Dezember 2016

Neulich stand Leonie, das ist eine Kollegin von Leo, bei uns im Hof. Dabei hatte sie eine kleine, rotgelbe Katze. Sie erzählte, dass sie das arme Tier in einer Kühlerhaube jämmerlich maunzend gefunden hat.

Sie sei auch schon beim Tierarzt gewesen, hat die ersten Impfungen bezahlt und sie hätte Futter und Katzenstreu für die ersten Tage dabei. Da sie einen kleinen Hund zu Hause hat, den sie übrigens auch gefunden hat, könne sie unmöglich die 6 Wochen alte Katze bei sich zu Hause aufnehmen. Drei mal dürft ihr raten, …. richtig. Wir haben nun einen kleinen Babykater.

Die Argumente, dass jedes Haus in Afrika eine Katze braucht, um Mäuse, Ratten und vor allen Dingen Schlangen zu erlegen, haben wir vorher schon öfter gehört. Nun ja. Jetzt muss ich nur noch überlegen wie ich dem Baby das Jagen beibringe.

Bis bald

Andis Friseurladen

Sonntag, 4. Dezember 2016

Andis Friseurladen in Sendling hat 2oo Euro gesammelt. Andi, der Besitzer ist mein Friseur umd ein großer Afrika-Fan. Danke für die geniale Idee im Laden zu sammeln. Ich bin immer noch im Kinderheim „Living Hope“ aktiv. Jeden Donnerstag bin ich dort und bastle, spiele, lese oder gestalte das Haus. Ich habe den Eindruck, dass die Buben dort zwar zu essen und ein Bett haben, aber sonst ist nie jemand anwesend. Egal wann und zu welcher Zeit ich komme. Ich hoffe ich irre mich da. Jedenfalls habe ich absolut freie Hand, was ich wann mit den Jungs mache.
Da es keine gemütliche Ecke in dem Haus gibt, habe ich aus Spendengeldern einen Spielteppich und Autos gekauft.

Wir haben nach der Küche auch den Eingang gestrichen.

Oder üben lesen, schreiben und den Umgang mit einer Schere oder einem Messer.

Auf meine Frage, was ich als erstes mit den neuen Spenden besorgen soll, kam von allen Buben wie aus einem Mund: Schuhe! Schuhe zum Fußballspielen. Daran hab ich natürlich nicht gedacht, als ich die Fußbälle gebracht habe. In Flipflops kann man auf dem steinigen Sportplatz natürlich schlecht Fußballspielen. Jetzt haben alle ein paar Turnschuhe.

Das war gar nicht so einfach mit den Größen. Ich hab das so gelöst, dass jeder Bub in meinen Schuh schlüpfte und dann haben wir die Größe geschätzt. Bis auf ein Paar in Größe 37 hab ich super geschätzt. Einer der Buben hatte sogar Socken an. Schade dass ich die nicht fotografiert habe. Bis auf den kleinen Zeh, hingen alle Zehen in einem riesigen Loch. Jedenfalls wird das „Andi Geld“ in das Heim fließen. Es gibt dort unheimlich viel zu tun. Ich habe schon für jeden der mittlerweile 12 Buben ein Weihnachtspackerl gepackt. Darin sind für jeden eine Unterhose, ein paar Socken, ein Bleistift, Lineale und eine Zahnbürste. Nachdem sie ganz gierig auf Hygiene Artikel sind, werde ich noch für alle Seifen und den Super-Luxus von Deodorant zusammenstellen.

Bis bald.

Die Regenzeit

Sonntag, 4. Dezember 2016

Die Regenzeit hat begonnen. Die ersten starken Regenfälle waren eine wahre Erlösung. Die Luft ist wieder staubfreier und es hat ein paar Grad abgekühlt.

Die Natur sprießt, die Mangos reifen und die Einheimischen hatten ihren heißbegehrten Eiweißsnak, der nur ein mal im Jahr zu haben ist. Nach dem ersten Regen, kommen aus allen Löchern die Termiten geflogen. Sie verlieren ihre Flügel und sterben. An diesem Tag, sind alle Kinder und auch viele Erwachsene auf der Suche nach diesen Tieren. In der Pfanne geröstet, sind sie eine Delikatesse.

Hier suchen Männer den Parkplatz nach Termiten ab.

Bis bald

Musiker halten zusammen

Sonntag, 4. Dezember 2016

Auf meinen Hilferuf in Bezug auf die gestohlenen Trompeten haben wir unglaublich liebe Reaktionen bekommen. Es ist schön zu sehen, dass Musiker auf der ganzen Welt eine Sprache sprechen. Danke an alle hilfsbereiten Angebote. Eine Trompete ist sogar schon in Lusaka angekommen. Auch die deutsche Commmunity in Lusaka, von denen immer irgendjemand gerade in Deutschland ist, hat sich als hilfsbereit erwiesen und verzichtet zu Gunsten der Musik auf ein Handgepäck. So ist die erste Trompete schon angekommen. Die zweite Trompete, die Anton Betzl spendiert hat, wird hoffentlich bald da sein. Wenn das nicht klappt, denn diesmal ist der Transporteur eine Frau und die haben natürlich immer mehr Handtaschen dabei, dann bringen unsere Mädels das Instrument nach Sansibar und wir bringen es von dort nach Lusaka. Also kurz gesagt, die Musik läuft weiter. Danke an alle Spender und auch an die, die finanziell unterstützen wollten.

Bis bald

An alle Musiker in München

Wie ihr mittlerweile wisst, hat Leo eine Brassgruppe in Lusaka.
Mulemwa, dem zweiten Trompeter und seinem Musikkollegen wurden direkt vor der Kirche die Trompeten gestohlen. Sie hatten die Instrumente in einem Auto von einem Freund. Das Auto wurde aufgebrochen und beide Instrumente und das Autoradio entwendet. Das ist nicht nur scheisse!, das ist eine kleine Katastrophe. Hier neue oder auch gebrauchte Instrumente zu finden, ist mit sehr viel Glück verbunden. Ich würde sagen unmöglich. Dazu kommt, dass beide jungen Männer nicht mehr als 100 Euro aufbringen können. Das ist schon nur mit Schulden bei allen Gönnern möglich.
Da Mulemwas Trompete in einem von uns mitgebrachten Trompetenkoffer ist, der natürlich einmalig in Sambia ist, hoffen alle auf dem Schwarzmarkt dieses Instrument zu finden. Wir jedoch glauben, dass auch die Diebe hier wissen, dass die Musikgemeinschaft in Lusaka klein ist. Somit kennt jeder jeden und auch deren Instrumente. Wenn der Dieb bissal Hirn hat, bringt er die Trompeten aus der Stadt. Also. Wir fragen in die Musikergruppen, wer eine Trompete im Keller hat oder weiß, ob irgendwo eine verstaubt? Bitte meldet euch! Wir werden unsere Kinder bitten, das oder die Instrumente an Weihnachten mitzubringen.
In der Hoffnung, dass die Musikgruppe nicht schon wieder gestorben ist,
bis bald

Die Lusaka Brass Group

Freitag 29.10.2016

Leo und seine Blechbläser sind ganz schön fleissig. Jeden Dienstag ist bei uns im Esszimmer Bläserprobe. Die Sambier werden von Woche zu Woche besser. Kaum zu glauben, dass keiner von ihnen je eine Stunde Unterricht bei einem Lehrer hatte. Sie haben alle das Instrument genommen, welches gerade zu haben war und dann via Internet gelernt, dieses zu bedienen. Hut ab für so viel Engagement. Wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten unsere deutschen Kinder haben und was sie daraus machen….

In Lusaka fand das „Lusaka International Music Festival“ statt. Lusaka Brass Group, kurz LBG, durfte das große Event mit ein paar Stücken eröffnen.

Am 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, wurde unser neuer Botschafter eingeführt. Wir waren unter den 300 geladenen Gästen in der deutschen Botschaft. LBG hat die Ehre gehabt, die Deutsche und die Sambische Hymne zu spielen.

Seit acht Monaten regnet es hier keinen einzigen Tropfen. Aber wenn die Deutschen feiern, regnet es sogar in Afrika. Alle waren froh, die Blechbläser bestellt zu haben, denn keine anderen Instrumente hätten sich in den Regen gestellt. Kaum waren die Reden und die Hymnen vorbei, schien wieder die Sonne und wir haben bis spät Abends gefeiert.

Bis bald

Living Hope ein neues Projekt

Donnerstag 27.10.16

Durch DISA habe ich von einem Projekt erfahren, das bei mir um die Ecke ist. Es ist eine Schule mit ca. 150 Kindern und ein Kinderheim für 15 Buben. Ich war dort, um mich zu informieren, was ich ausser Zeit für die Kinder einbringen kann.

Mir fielen sofort die ungemütlichen Matratzen auf. Deshalb hab ich aus Deutschland Bettlaken mitgebracht. Danke an meine Schwester, Fam. Marx und viele andere Spender.

In diesem Heim sind viele Straßenjungs. Teilweise werden diese Kinder gefunden, wahrscheinlich geflüchtet von Kinderhändlern. Der Leiter des Heims meinte, sie kommen zum Teil aus anderen Ländern. Einige sprechen französisch oder nur ihre Lokale Stammessprache. Keiner hat Papiere. Niemand kennt sein Alter. Das macht das Zusammenleben nicht einfacher.

Ich bemerkte, dass zur Essenszeit jeder seinen Teller nimmt und damit in die Schlafzimmer verschwindet. Auf meine Frage warum sie das tun, kam heraus, dass es keinen Tisch zum gemeinsamen Essen gibt. Außerdem ist in dem Raum, der groß genug für einen Aufenthaltsraum wäre, keine Türe. Das bedeutet, dass die 150 Schulkinder alle am Esszimmer der Heimkinder vorbeilaufen und deshalb dort keiner sitzen mag, um sich beim Essen neidische Blicke abholen zu müssen.
Da ich mit 250 Euro aus Spenden von Fam. Schöbel, Fam. Schneemeier, Fam. Weidlich und Fam. Wiesner aus Deutschland zurück kam, habe ich gleich mal einen Vorhang mit Vorhangstange gekauft. Mit unserer Bohrmaschine war er fix aufgehängt.

Jetzt gibt es ein wenig Privatsphäre.

Dann habe ich noch Geld übrig gehabt, um ihnen den Wunsch zu erfüllen, gemeinsam Essen zu können. Dazu fuhr Michael, einer der größeren Buben, und eine Frau vom Heimkomitee mit mir zu meinem Schreiner. Ich habe sie mitgenommen, da ein Weißer meist das doppelte bezahlt.

Nach kurzem verhandeln, bestellte ich drei Tische. Schon am nächsten Tag wurden sie geliefert. 50 Euro pro Tisch. Jetzt fehlen nur noch Stühle. Ich fand ein Angebot von Plastikstühlen, von denen ich gleich 5 Stück gekauft habe.
Einer für ca. 6 Euro. Ein Holzstuhl würde bei einer größeren Bestellung 20 Euro kosten. Das wird als nächstes anstehen. Jetzt haben sie schon mal fünf Plastikstühle und eine lange Tafel zum gemeinsam Sitzen.

Ausserdem besorgte ich einen großen Eimer weißer Farbe und dazu die Pinsel.
Es gibt so viele Wände, die mehr als abgenutzt sind. Geschweige denn für die Heimkinder Gemütlichkeit ausstrahlen.

Alle Jungs waren zum verabredeten Termin da und voller Tatendrang. Als erstes wurde die Küche geweisselt.

Mit dem restlichen Geld habe ich Bälle, Frisbee, Stifte, Papier und Bastelmaterial gekauft.
Hier sind wir beim gemeinsamen Basteln auf den neuen Tischen. Danke an Regina für die Englisch-Unterrichtsbücher.

Bis bald

Geburtstagsparty für Bethar

Donnerstag 27.10.2016

Die Tochter unserer Maid und ihrem Mann Mr. Zulu wohnt wie schon mal beschrieben auf unserem Grund in einem kleinen Häuschen. Auf meine Frage, wie sie hier in Afrika Gebutstag feiern, meinte sie, sie selber hätte noch nie gefeiert, da sie dazu zu wenig Geld und keinen Platz hätten. Daraufhin habe ich versprochen, ihren 15. Geburtstag wird sie dieses Jahr feiern können.

Als der Tag kam, holten wir ihre Freundinnen aus dem Compound ab und brachten alle zu uns nach Hause.
Da wurde mir erst bewusst, dass keine von ihnen je in einem Auto sass. Zumindest nicht in einem Auto mit Sicherheitsgurten. Was für uns normale Handbewegungen sind, zum Beispiel eine Autotüre zu öffnen, kann ganz schön kompliziert werden.

Dann gabs erst mal Torte

Spiele und Tanz

Später wollten alle ins Pool. Keine von ihnen kann schwimmen. Also tummelten sie sich im Seichten.

Um 18 Uhr wirds dunkel und somit mussten alle nach einem gelungenen Fest nach Hause gebracht werden.

Bis bald

Es ist viel passiert

15.September 2016

In Sambia war die Präsidentenwahl. Sehr knapp hat Edgar Lungu wieder gewonnen. Er brauchte über 50% der Stimmen. Das Land scheint geteilter Meinung über ihn zu sein, aber wie auch immer, er gewann und hier in Lusaka war die Stimmung gleich einer WM nach Verkündigung des Ergebnisses.

Dann kamen unsere Kinder an. Das war das schönste, was bisher in Afrika passierte.

Wir haben viele eindrucksvolle Ausflüge unternommen. Erst nach Süden zu den Victoriafalls.

Natürlich auch rüber nach Botswana um noch einmal durch den Chobe Nationalpark zu fahren.

Anschließend ein paar Tage Lusaka und die Außenbezirke.

Die Kinder haben mitgebrachte Kleiderspenden von ihren Kollegen verteilt. Auch Katja, meine Schwägerin, hatte noch schöne Kleidung von Neo. Da es wirklich hervorragende Qualität war, war die Freude doppelt groß.

In der zweiten Woche, sind wir für drei Tage in den Osten zum South Luangwa Nationalpark geflogen. Die Flüge haben wir uns geleistet, weil wir sonst 10 Stunden im Auto hätten sitzen müssten, um nach South Luangwa zu kommen. Also in ein abenteuerliches Flugzeug, eine Stunde Stoßgebete sprechen und schon waren wir da.

Die Unterkunft nannte sich zwar Campinglodge, aber außer dass unsere Zimmer Zeltwände hatten, konnte man nicht wirklich sagen, dass wir gezeltet hätten.

Innendusche, Aussendusche, Badewanne, Terrasse….

Dieser Park, bietet noch mal ganz andere Tiere. Wir hatten täglich zwei Touren durch den Park mit einem Fahrer. Morgens und abends.

Wenn es dunkel wird, steigt noch ein Ranger mit ein und leuchtet vorsichtig in den Busch, damit wir die nachtaktiven Tiere beobachten können.

Nach gut zwei bis drei Stunden pro Drive bist du so durchgeschüttelt, dass du froh bist, wenn du wieder in die Lodge zurück darfst.

Die letzte Ferienwoche gestalteten wir dann etwas ruhiger. Am 4. September hieß es Abschied nehmen.
Da wussten wir noch nicht, dass wir uns schneller wiedersehen werden als geplant.
Am 13. September verstarb mein geliebter Schwiegervater. Wir werden also zur Beerdigung am 7. Oktober wieder in München sein.

bis bald