Musik und Finanzamt blühen auf

10. Juli 2016

Endlich hat Leo Musiker gefunden, die Lust, Zeit und die Fähigkeit haben, mit ihm ein Bläserquartett zu gründen. Drei wirklich nette und eifrige Blechbläser. Mindestens ein mal die Woche wird jetzt bei uns im Esszimmer geprobt. Nicht immer kommen alle pünktlich. Manchmal hat der Tubaspieler Probleme ein Instrument zu leihen. Trompeter und Posaunist sind stolze Besitzer eines eigenen Instruments. Wenn auch bei der Posaune die Feder vor dem Mundstück fehlt und es jedes mal klackt, wenn er den Zug bis zum Anschlag ziehen muss. Die armen Zähne bekommen dann jedesmal einen Schlag. Als Notenständer müssen zur Zeit noch unsere Stühle herhalten. Die Qualität ist nicht mit München zu vergleichen, aber der Spass und die Begeisterung ist um ein Vielfaches höher. Liebe Musiker aus München, das ist nicht böse gemeint, aber diese Jungs finden es schon klasse, dass Leo so viele Noten hat und diese für jeden ausdrucken kann.

Ende Juli dürfen sie das neue Servicezentrum in der ZRA (Zambia Revenue Authority), das ist so etwas wie ein Finanzamt, einweihen. Dieses ist nun auch fertig. Es gibt Automaten zum Nummernziehen, neue Böden und Bearbeitungsschalter.

Bis bald

Kurzurlaub am Lower Zambezi

Mittwoch 6.7.2016

Nun hat uns die erste wirklich heftige Magen-Darm-Krankheit erwischt. In Afrika hat man solche Angst, dass es was heimtückisches ist, dass wir sogar im Krankenhaus waren. Nachdem das Blut aber ohne Befund war, haben wir dieses Problem einfach ausgek… ausgesessen. Einziger Vorteil ist, dass wir jetzt ein Krankenhaus von innen kennen. Für den nächsten Notfall.

Zwei Tage später haben wir schon den nächsten Urlaub unternommen.

In Sambia Urlaub zu machen, ist unverhältnismäßig teuer. Mir ist jetzt klar, warum uns alle raten, ein Zelt und die Ausrüstung dazu zu kaufen. Vielleicht machen wir das noch. Ich kann mir zwar Leo im Zelt, zwischen wilden Tieren überhaupt nicht vorstellen, aber wenn wir mehr von diesem wunderschönen Land sehen wollen, bleibt uns wohl keine andere Wahl. Wie auch immer, dieses mal haben wir komfortablen Urlaub in einer romantischen Lodge direkt am Zambezi River gemacht.

Die Nilpferde hörte man die ganze Nacht rufen, und die Affen turnten auf dem Hausdach. Wir aber waren sicher im warmen Bett, hinter verschlossener Tür. Dieser Luxus kostet eben. Dafür ist das Bett aber auch mit einer Wärmflasche vorgewärmt!

Im Preis eingeschlossen ist die tägliche Zambezi Bootsfahrt nur für uns zwei mit Sundowner zum Sonnenuntergang.

Vorbei an den hunderten Nilpferden.

Ab und zu kommt ein Elefant ans Ufer.

Oder eine Büffelherde.

Am Ufer warten viele Krokodile auf ihre Chance.

Natürlich sieht man auch viele Vögel und anderes Getier.

Inklusive war auch ein Busch-Spaziergang mit einem Fachmann, der uns mit seinem Gewehr begleitet hat. Immer wenn Elefanten in der Nähe waren, sind wir in die andere Richtung gegangen. Dann sieht man zwar nichts, ist aber sicherer. Außer Elefantenkot in jedem Verrottungszustand und vielen Spuren die er zu lesen wusste, war nur die Natur und der Nervenkitzel interessant.

Tagsüber sind wir zu Fuß ins nächste Dorf spaziert. Die Kinder auf der Straße liefen uns hinterher und hofften auf Süßigkeiten. Leider darf man ihnen nichts geben, da die Bettelkultur nicht unterstützt werden soll. Sie freuen sich aber auch über Fotos, die ich am Handy gemacht habe und die sie dann ansehen durften. Ab und zu fassten sie dann meine Hand ganz zärtlich an und streichelten darüber, als ob sie testen wollten ob die weiße Farbe abgeht.

Drei Tage später haben wir noch für eine Nacht einen Abstecher an den Karibasee gemacht. Dort war die Nacht auffällig wärmer als im Busch. Da die Nacht im Hotel um einiges billiger ist, waren dort auch viel mehr Menschen. Im Busch waren wir nur zu viert. Leo, ich und noch ein Pärchen. Sehr romantisch. Ein wahnsinnig schöner Sternenhimmel und völlig neue Geräusche. Aber auch am Karibasee wars schön.

Zuhause angekommen, besuchte uns die dankbare Frau Chintu. Das ist die Frau von unserem Guard Thomas. Der mit den acht Kindern. Da meine Tante eine großzügige Spende für die Schulkinder gemacht hat, konnten wir noch drei ihrer Kinder das Schulgeld bezahlen.

Als wir Frau Chintu mit Tochter Josefiene und Baby Foster nach Hause in ihren Compound gefahren haben, ist plötzlich, kurz vor ihrem Haus, das Auto liegengeblieben. Das war eine Aufregung für alle dort lebenden Menschen. Bis zu zehn Köpfe gleichzeitig waren unter der Kühlerhaube. Sofort schickte jemand einen los, um einen Mechaniker zu holen.

In der Zwischenzeit hat man schnell ein paar Eier gekauft, um uns hart gekochte Eier zu servieren. Fast niemand spricht gut englisch, aber auch auf Njanja auf der einen Seite und Gesten auf der anderen Seite kann man sich verständigen. Leider mussten wir dann doch von Leos Firma abgeschleppt werden. Aber, man höre und staune, am nächsten Morgen wurde das Auto in die Werkstatt geschleppt und Mittag hab ich es repariert wieder bekommen. Manches geht in Afrika auch leichter als in Deutschland.

Bis bald