Die Lusaka Brass Group

Freitag 29.10.2016

Leo und seine Blechbläser sind ganz schön fleissig. Jeden Dienstag ist bei uns im Esszimmer Bläserprobe. Die Sambier werden von Woche zu Woche besser. Kaum zu glauben, dass keiner von ihnen je eine Stunde Unterricht bei einem Lehrer hatte. Sie haben alle das Instrument genommen, welches gerade zu haben war und dann via Internet gelernt, dieses zu bedienen. Hut ab für so viel Engagement. Wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten unsere deutschen Kinder haben und was sie daraus machen….

In Lusaka fand das „Lusaka International Music Festival“ statt. Lusaka Brass Group, kurz LBG, durfte das große Event mit ein paar Stücken eröffnen.

Am 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, wurde unser neuer Botschafter eingeführt. Wir waren unter den 300 geladenen Gästen in der deutschen Botschaft. LBG hat die Ehre gehabt, die Deutsche und die Sambische Hymne zu spielen.

Seit acht Monaten regnet es hier keinen einzigen Tropfen. Aber wenn die Deutschen feiern, regnet es sogar in Afrika. Alle waren froh, die Blechbläser bestellt zu haben, denn keine anderen Instrumente hätten sich in den Regen gestellt. Kaum waren die Reden und die Hymnen vorbei, schien wieder die Sonne und wir haben bis spät Abends gefeiert.

Bis bald

Living Hope ein neues Projekt

Donnerstag 27.10.16

Durch DISA habe ich von einem Projekt erfahren, das bei mir um die Ecke ist. Es ist eine Schule mit ca. 150 Kindern und ein Kinderheim für 15 Buben. Ich war dort, um mich zu informieren, was ich ausser Zeit für die Kinder einbringen kann.

Mir fielen sofort die ungemütlichen Matratzen auf. Deshalb hab ich aus Deutschland Bettlaken mitgebracht. Danke an meine Schwester, Fam. Marx und viele andere Spender.

In diesem Heim sind viele Straßenjungs. Teilweise werden diese Kinder gefunden, wahrscheinlich geflüchtet von Kinderhändlern. Der Leiter des Heims meinte, sie kommen zum Teil aus anderen Ländern. Einige sprechen französisch oder nur ihre Lokale Stammessprache. Keiner hat Papiere. Niemand kennt sein Alter. Das macht das Zusammenleben nicht einfacher.

Ich bemerkte, dass zur Essenszeit jeder seinen Teller nimmt und damit in die Schlafzimmer verschwindet. Auf meine Frage warum sie das tun, kam heraus, dass es keinen Tisch zum gemeinsamen Essen gibt. Außerdem ist in dem Raum, der groß genug für einen Aufenthaltsraum wäre, keine Türe. Das bedeutet, dass die 150 Schulkinder alle am Esszimmer der Heimkinder vorbeilaufen und deshalb dort keiner sitzen mag, um sich beim Essen neidische Blicke abholen zu müssen.
Da ich mit 250 Euro aus Spenden von Fam. Schöbel, Fam. Schneemeier, Fam. Weidlich und Fam. Wiesner aus Deutschland zurück kam, habe ich gleich mal einen Vorhang mit Vorhangstange gekauft. Mit unserer Bohrmaschine war er fix aufgehängt.

Jetzt gibt es ein wenig Privatsphäre.

Dann habe ich noch Geld übrig gehabt, um ihnen den Wunsch zu erfüllen, gemeinsam Essen zu können. Dazu fuhr Michael, einer der größeren Buben, und eine Frau vom Heimkomitee mit mir zu meinem Schreiner. Ich habe sie mitgenommen, da ein Weißer meist das doppelte bezahlt.

Nach kurzem verhandeln, bestellte ich drei Tische. Schon am nächsten Tag wurden sie geliefert. 50 Euro pro Tisch. Jetzt fehlen nur noch Stühle. Ich fand ein Angebot von Plastikstühlen, von denen ich gleich 5 Stück gekauft habe.
Einer für ca. 6 Euro. Ein Holzstuhl würde bei einer größeren Bestellung 20 Euro kosten. Das wird als nächstes anstehen. Jetzt haben sie schon mal fünf Plastikstühle und eine lange Tafel zum gemeinsam Sitzen.

Ausserdem besorgte ich einen großen Eimer weißer Farbe und dazu die Pinsel.
Es gibt so viele Wände, die mehr als abgenutzt sind. Geschweige denn für die Heimkinder Gemütlichkeit ausstrahlen.

Alle Jungs waren zum verabredeten Termin da und voller Tatendrang. Als erstes wurde die Küche geweisselt.

Mit dem restlichen Geld habe ich Bälle, Frisbee, Stifte, Papier und Bastelmaterial gekauft.
Hier sind wir beim gemeinsamen Basteln auf den neuen Tischen. Danke an Regina für die Englisch-Unterrichtsbücher.

Bis bald

Geburtstagsparty für Bethar

Donnerstag 27.10.2016

Die Tochter unserer Maid und ihrem Mann Mr. Zulu wohnt wie schon mal beschrieben auf unserem Grund in einem kleinen Häuschen. Auf meine Frage, wie sie hier in Afrika Gebutstag feiern, meinte sie, sie selber hätte noch nie gefeiert, da sie dazu zu wenig Geld und keinen Platz hätten. Daraufhin habe ich versprochen, ihren 15. Geburtstag wird sie dieses Jahr feiern können.

Als der Tag kam, holten wir ihre Freundinnen aus dem Compound ab und brachten alle zu uns nach Hause.
Da wurde mir erst bewusst, dass keine von ihnen je in einem Auto sass. Zumindest nicht in einem Auto mit Sicherheitsgurten. Was für uns normale Handbewegungen sind, zum Beispiel eine Autotüre zu öffnen, kann ganz schön kompliziert werden.

Dann gabs erst mal Torte

Spiele und Tanz

Später wollten alle ins Pool. Keine von ihnen kann schwimmen. Also tummelten sie sich im Seichten.

Um 18 Uhr wirds dunkel und somit mussten alle nach einem gelungenen Fest nach Hause gebracht werden.

Bis bald