Was noch so los war

Freitag, 13. Januar 2017

Keegan, unser Nachtwächter, hatte seine Abschlußfeier für das Lehramtsstudium. Da seine Frau und seine Familie in einem anderen Teil von Sambia lebt, waren Leo und ich seine einzigen Gäste bei dieser Feier. Da er zu Leo sowieso Papa, und zu mir Mama sagt, war es fast familiär. Wir waren zwar die einzigen Weißen unter 500 Schwarzen, aber wir denken, Keegan war stolz.

Bei Leos Arbeit, gibt es langsame Fortschritte. Das größte Problem ist für Sambier, von jemandem Geld oder in seinem Fall Steuern zu verlangen, wenn das Gegenüber behauptet es habe kein Geld. Es gibt für das ganze Land, Sambia hat ca. 14 Mio. Einwohner, aber nur 6 Vollzieher. Niemand will diesen Job machen, denn da muss man ja „böse“ sein und Geld kassieren. Letztens bei einer Besprechung machte jemand die Leute vom Finanzamt darauf aufmerksam, dass es Steuerzahler mit mehr als einem Konto gibt. Darauf kam ein Kommentar: „Das ist ja gemein“. Tja, das ist für die meisten kaum vorstellbar. Nur wenige besitzen überhaupt ein Bankkonto. Auch unsere Angestellten wollen ihr Gehalt in bar. Keiner von ihnen hat ein Konto. Warum auch. Es muss sowieso alles bar bezahlt werden.

Am Montag fängt ein neues Schuljahr an. Also haben wir wieder das Problem der Schulkosten. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Spendern, die das letzte Jahr immer wieder gespendet haben, herzlich bedanken. Sogar Freunde meiner Kinder sind darunter. Vielen Dank, Peter Paulini! Ich bin sicher, die jungen Leute können ihr Geld selber gut brauchen und trotzdem gibt er etwas ab. Das macht doch Freude an der heutigen Jugend. Ich habe damit Schulhefte für die Heimkinder gekauft. Von den erneuten Spenden der Schneemeiers, möchte ich unbedingt ein oder zwei Regale kaufen. Jeden Morgen wird in Kartons gewühlt und ein Teil zum Anziehen herausgefischt. Dinge wie Papier, das ich besorgt habe oder die Stifte, werden unter den Matratzen gelagert. Ich arbeite an ein wenig Gemütlichkeit. Vieles ist jetzt schon sehr viel besser.

Bis bald.

Video-Abend im Kinderheim und Sansibar

Montag 9. Januar 2017

Kurz vor Weihnachten gestaltete ich eine kleine Weihnachtsfeier im Heim „Living Hope“. Für jeden Buben kaufte ich ein kleines Geschenk. Das war sicher das erste Mal, dass jeder persönlich ein Packerl zum Auspacken bekam.
Außerdem machte ich riesen Portionen Popkorn und kaufte für alle Fanta. Dann schauten wir zusammen einen Zeichentrickflim. Dazu brachte der Pfarrer einen Beamer und Leo seinen Computer. Es funktionierte besser als gedacht. Der Strom fiel nicht aus und der Beamer tat gute Arbeit. Es herrschte eine angenehm fröhliche Stimmung.

Dann war es endlich soweit und der 22.12. war da. Der Tag unserer Abreise in den Weihnachtsurlaub. Natürlich ging nicht alles glatt. Erst kam das Flugzeug, das uns von Lusaka nach Nairobi bringen sollte, nicht. Nach zwei Stunden Wartezeit lief eine Frau durch die kleine Abflughalle und erzählte jedem persönlich, dass der Flieger kaputt ist. Der nächste kommt morgen früh. Also schliefen wir diese Nacht auf dem Flughafen, auf dem ab 24 Uhr alles dicht ist. Nicht mal ein Wasser kann man dann kaufen.

So gegen sechs Uhr starteten wir mit Zwischenlandung in Malawi nach Nairobi. Da unser Anschlussflug nach Sansibar natürlich längst weg war, mussten wir weitere 9 Stunden auf den nächsten freien Platz warten. Mittlerweile war Weihnachten und Hauptsaison für Sansibar. Kenia Airways hat uns auch in Nairobi ohne Essens- oder Getränkegutschein stehen lassen. Na ja, wir sind dann doch noch sicher angekommen.
Jetzt hieß es auf die Kinder warten. Sie sind von München am 23. 12. nach der Arbeit gestartet und sollten am 24. mittags bei uns sein. Auch sie verpassten den letzten Flug von Daressalam nach Sansibar. Sie brauchten ein Visum für Tansania und das dauerte so lange wegen der Menschenschlange, dass ihr Flug weg war. Jetzt standen sie am 24. Dezember in Daressalam. Eine halbe Flugstunde von uns entfernt und nichts ging mehr. Wir – mittlerweile in Sansibar – saßen auf Kohlen, ob und wie sie noch ankommen oder nicht. Das Weihnachtsmenü wartet und wir hatten plötzlich keinen Kontakt mehr mit ihnen. Um 8 Uhr abends, kam eine Dame an unseren Tisch und meinte, die Kinder seien jetzt da. Kaum zu glauben aber wahr. Welche Freude! Meine Mädels haben doch glatt einfach einen Flug mit einer kleinen Privatmaschine gebucht, bar bezahlt und von den 12 Plätzen noch ihre zwei bekommen. Der Copilot musste zwar aussteigen und seinen Sitzplatz freigeben, aber am Heiligen Abend liegt ein besonderer Schutz auf allen und so feierten wir Weihnachten zu viert.

Dann genossen wir noch zwei Wochen an einem Traum-Strand.

Bis bald.