Living Hope

Mittwoch 10.5.2017

Im Kinderheim spielen, lesen und rechnen wir nicht nur.

Letzte Woche habe ich ein neues Regal besorgt, in das jetzt alle Stifte, Bücher, Papier und alle Spiele, die ich schon mitgebracht habe, hinein kommen. Da ständig irgendetwas fehlt, habe ich da mal nachgeforscht warum. So habe ich erfahren, dass die Jungs untereinander leider auch stehlen. Immer wenn wieder einer der Buben geht, fehlt etwas. Deshalb habe ich jetzt die Türe zum Zimmer der jüngeren reparieren lassen. Bis dahin konnte man den (ich nenne es mal Holzverschlag) nur mit Kraft und nur gerade soweit öffnen, dass man durchpasst. Der Schreiner brachte das für umgerechnet 14 Euro in Ordnung, inklusive einer Türklinke und einem Schloss. Jetzt kann man das Zimmer absperren.

Trotzdem erklärte dieses Problem nicht, warum von jedem Kartenspiel immer ein paar Karten fehlten. Also ließ ich meinen mütterlichen Gefühlen freien Lauf und orderte an zum Zimmerappel. Dabei wurde so einiges klar. Alles was jeder einzelne besitzt, wird unter der jeweiligen Matratze gelagert.

Dazu muss ich nichts mehr schreiben.

Zu meinem Entsetzen fand ich unter den Matratzen nicht nur Müll, sondern auch hunderte von krabbelnden Wesen. Noch nie habe ich mich so geekelt. Wieder zu Hause musste ich erst mal unter die Dusche und die Kleidung wechseln.

Doch nicht nur das neue Regal brachte Freude, ich konnte von Spenden auch jede Menge Setzlinge kaufen, die wir dann in einem riesigen Beet einpflanzten. Das bedeutet für das nächste halbe Jahr, jede Menge Abwechslung an Gemüse, das zum Nschima gegessen werden kann.

Ausserdem besuchten Leo und ich die gerade frisch gestartete Hühnerfarm.

Sieht recht sauber und gepflegt aus. Das macht Hoffnung, das Darlehen zurück zu bekommen.

Über DISA habe ich eine neu gebaute, klitze kleine Schule im Compound in unserer Nähe besucht.

Aus Spenden verschiedener Organisationen konnten die Mauern und das Dach für drei Klassenzimmer gebaut werden. Fenster und Türen fehlen noch.

Was in der kommenden kalten Jahreszeit ein Problem darstellt. Sie versuchen es mit Mützen und warmen Kleidern zu managen. Vieleicht findet sich nächstes Jahr ein Spender, der die Türen und Fenster spendiert. Ebenso fehlen am Essplatz und in der geplanten Bücherei noch Mauern, Dach und Fenster. Sehr schade, dass der Staat sich nicht um Schulen kümmert. Tante Rosmarie, eine in Rente lebende Lehrerin, kümmert sich mit Hilfe einiger Eltern aus dem Compound um die Kinder und die Organisation der Mahlzeiten. Alle bekommen dort Frühstück und Mittagessen. Sie wollen gerne, dass die Kinder 100 Kwacha im Monat bezahlen, damit die Lehrer ein Gehalt bekommen. Rosmarie sagte uns, dass die Eltern selten die 100 Kwacha, was umgerechnet 10 Euro sind, bezahlen können. Es gibt dort auch keinen Brunnen, also müssen sie jeden Tropfen Wasser kaufen und hintragen.

Das ist aber nicht die einzige und auch nicht die schlechteste Schule. Trotzdem sponsort DISA für diese aus Eigeninitiative entstandene Schule die Tische und Bänke.

Bis bald

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