Die ersten Bekanntschaften

Montag 21. März

Im Haus gibt es immer wieder Überraschungen in baulicher Hinsicht. Z.B. platzt nachts der Warmwasser-Boiler. Gott sei Dank hängt der draussen am Haus. Heisses Wasser kommt in Fontänen herausgespritzt. Die Abflusssiebe in der Küche sind total durchgerostet usw. Übrigens der Filter fürs Pool kam nach vielen Anfragen gestern. Leider fehlt immer noch was, um ihn auch zum Laufen zu bringen. Die ganze Woche habe ich auf Handwerker gewartet oder saß zu Hause, weil welche da waren. Man darf die hier auf keinen Fall alleine lassen. Es sind bei anderen schon die kuriosesten Dinge weggekommen. Diese Menschen können alles brauchen. Witzig aber ist, dass manche Firmen nicht mal ihr Werkzeug dabei haben. Dann müssten sie wieder weg, um es zu holen. Gut dass wir schon Leiter, Schraubenzieher, Taschenlampe und sowas daheim haben. Sonst wäre alles noch viel langsamer gegangen.

Mittwoch Abends gehe ich jetzt immer zum Ladys Stammtisch. Letztens waren da 4 Deutsche, eine Österreicherin, eine Afghanin und eine Belgierin. Das tut gut, ich komm raus und man bekommt viele Infos und Ratschläge.

So war ich schon bei einigen Grillpartys oder Kaffeekränzchen. Mit den richtigen Kontakten erfährt man auch, wo man Deutsches Brot und sogar Brezen kaufen kann.

Brezn

… oder lieber frisches Huhn?

Am Palmsonntag waren wir in der Kirche bei uns in Roma. So kann man Gottesdienste aushalten.

Ein Auto habe ich auch gefunden.

Überhaupt bin ich stolz auf mich, was ich in der Woche, in der Leo auf einem Workshop in Siavonga am Kariba Staudamm war, alles geschaft habe. Für mich ist ja ein erstes Telefonat auf englisch schon eine Herausforderung. Ich war sogar beim Autohändler. Dazu musste ich erst mal Freunde mit Auto kontaktieren, um dort hin zu kommen. Es ist so einiges nicht so einfach und anderes wiederum geht ganz locker.

Diese komischen Früchte kommen aus Siavonga. Man schlägt die harte Schale auf den Boden. Dann kocht man das weiße Innere mit Fasern und Kernen in Milch. Absieben, zuckern und trinken. Der Installateur hat uns das erklärt. Der kommt aus der Gegend, in der die wachsen. Er war so begeistert, dass er sogar den abgesiebten Abfall gegessen hat. Das gibt Kraft, um mit einem Löwen zu kämpfen, sagt er. Schmeckt wie Joghurt Trunk ohne Geschmacksrichtung. Hat wohl viele Kohlenhydrate und darauf sind alle in Sambia scharf. Die Menschen hier müssen sehen wie sie satt werden.

Böse Zungen behaupten, wer in Sambia verhungert, muss sich dumm anstellen. Stimmt ein bisschen, denn alles wächst hier so schnell, man kann zusehen. Diese Tomaten waren beim Einzug vor vier Wochen 10cm kleine Pflänzchen.
Aber es wachsen halt keine oder kaum Kohlenhydrate.

Ostern sind wir in Livingstone bei den Victoria Falls.

Bis dann

Wir tauchen immer tiefer in die Stadt ein

Mittwoch 9.3.
Das Pool ist mittlerweile gefüllt! Jetzt fehlt hierfür nur noch der neue Filter und die richtigen Chemikalien.
Die Handwerker sind immer noch nicht fertig. Ist vielleicht ganz gut, wenn sie uns dauernd versetzen, denn es kommen immer mehr Sachen dazu. Jetzt ist das Waschbecken undicht und die Toiletten auch.

Endlich haben wir einen Laden gefunden in dem Möbel zwar immer noch teuer sind, der aber keine 3000 Euro für eine Couchgarnitur verlangt.

couch

Dazu muss man sich in die einheimischen Straßen und Viertel wagen. Man kann es ein bisschen mit Chinatown in Bangkok vergleichen, nur alles zwischen chaotischem Straßenverkehr.

Die Straßenhändler starren uns wie Außerirdische an. Aber man bekommt hier fast alles.

An der Produktpräsentation könnten sie noch arbeiten.

Natürlich zahlen wir hier auch den Weissen Aufschlag. Aber die Jungs bemühen sich sehr. Als ich z.B. eine CD mit original Sambischer Musik suchte, helfen alle zusammen und irgendwo aus Hinterhöfen treiben sie eine schlechte Raubkopie auf. Ich zahlte dann 10 Kwacha, ca 80ct, wir sind uns sicher, dass die normalerweise 1 Kwacha kostet. Aber manchmal will man gar nicht mehr handeln.

Vor 3 Tagen ist die Mutter meines Hausmädchens gestorben. Wir haben Micah (so heißt sie) und ihren Mann Mr. Zulu (unser Gärtner) zu ihr gefahren. Da staunt man nicht schlecht, wie Menschen ca. 8 km von unserer Gegend entfernt leben oder besser überleben. Wenn ich mich nicht so geschämt hätte, hätte ich euch gerne Fotos gemacht.
Jedenfalls kamen sie zwei Tage nicht wieder. Ihre Tochter Bethar war, als die Nachricht vom Tode kam, noch in der Schule. Als sie nach Hause kam, (die Familie wohnt in einem kleinen Haus auf unserem Grundstück) hat unser Wächter ihr die Nachricht überbracht. Ihre einzige Reaktion war, dass sie Angst hat, alleine im Haus zu bleiben. Sie ahnte also dass die Eltern länger weg bleiben. Natürlich durfte sie in unserem Gästezimmer übernachten. Beide Male verschwand sie gegen 5 Uhr morgens leise wie eine Katze. Als wir aufstanden, war ihr Bett gemacht und wir hörten den ganzen Tag nichts mehr von ihr. Abends zur Dämmerung saß sie wieder auf der Terrasse. Von ihr weiß ich auch, dass Kinder unter 18 bei keiner Afrikanischen Beerdigung dabei sein dürfen. Ihr müsst euch vorstellen, sie hatte 3 Tage und zwei Nächte keinerlei Kontakt zu denn Eltern. Auch unser Handy hat sie abgelehnt. Wahrscheinlich wusste sie, dass ihr Vater sowieso nicht zu erreichen sein wird.
So lernen wir immer mehr von Afrikanischen Mentalitäten und Riten.

Bis bald

Die erste Safari

Dienstag 1.3.2016

Die Arbeiten am Haus dauern an. Geduld ist nicht meine Stärke, muss ich aber noch sehr gut lernen. Anstatt dass etwas vorwärts geht, kommen immer neue Mängel dazu. Das Problem ist, dass für jede Kleinigkeit ein Handwerker drei mal kommen muss. Wenn man viel Glück hat, geht es dann halbwegs. Das Pool ist immerhin schon leer.

Aus lauter Frust, hat Leo sich gestern frei genommen. Ihm stehen zwei Umzugstage zu. Wir sind nach Chaminoka gefahren. Das ist eine kleine Anlage von ca. 40.700  qm.

Die Fahrt dorthin war wegen starkem Regen am Morgen doppelt so aufregend wie im Sommer. Eigentlich ist das nicht weit ausserhalb von Lusaka. Wegen schlechter Straße und tiefen Wasserlöchern haben wir mit dem Dienstauto, das ständig kurz vorm aufsitzen war 1 1/2 Stunden gebraucht.

Schotterpiste

Dann aber hat es sich gelohnt. Da Montags kaum Gäste da sind, hatten wir ein Safariauto, einen Fahrer und einen Führer ganz für uns allein.

Die Landschaft ist momentan sehr grün.

Diese Kinder gehen grad zur Schule. Das Reservat hat alle großen Katzen hinter Zäunen, darum ist es auch möglich darin zu wohnen. Selbst Gäste können sich Loges mieten.

Nach der Regenzeit ist alles dürr und man sieht die Tiere besser.

Zebras haben sich zu gut versteckt auch nach einer Stunde suchen haben wir sie nicht gesehen. Vielleicht im Sommer.

Bis bald

Eingezogen

Samstag sind wir eingezogen. Es ist schon etwas anderes in einem Haus zu wohnen in dem der Strom von 14 Uhr bis 22.30 Uhr weg ist als im Hotel mit Generator. Nachdem wir uns mit Taschen und Solarlampen versorgt haben, wagten wir die erste Nacht. Bei Tag besehen, hat dieses Haus so einige Macken.
Das Poolwasser z.B. muss auf alle Fälle erneuert werden. Ich habe den Verdacht, es wurde noch nie ausgewechselt. So gehe ich jedenfalls nicht hinein.
Sonntags haben wir der Vermieterin gesagt, dass sie uns einen Poolfachmann schicken soll. Heute, Montag, kam er schon vorbei. Bin mal gespannt wann die Arbeit beginnt. Bis jetzt hat er sich nur mit Mr. Sulu unterhalten. Ebenso kam auch gleich heute der Elektriker. Alle Steckdosen in der Küche gehen nicht und die Spühlmaschine auch nicht. Leider ist auch da nicht viel passiert, weil wir nämlich seit heute Morgen um 7 Uhr schon wieder keinen Strom hatten. Laut meiner Mikka kommt er auch vor 14 Uhr nicht wieder. Dann trink ich meinen Frühstückstee eben um 14 Uhr. Auch der Installateur war da.
Aus der Dusche beim Schlafzimmer tropft nur warmes Wasser. Kalt könnte man schon duschen aber Nachts ist es hier auch leicht kühl und so ist eine warme Dusche schon sehr angenehm. Wir haben ja noch eine in einem kleinen sehr abgewohnten Gästebad. Dort geht alles. Mal sehen, was noch so alles kommt.

Bis dann.

Angekommen

Hallo an alle, die Interesse an meinen Erzählungen haben. Wir sind angekommen. Noch wohnen wir im Hotel. Es ist sehr hübsch, mit einem netten Teich in der Mitte. Darin tummeln sich kleine Krokodile.
Krokodil

Das Zimmer ist sehr klein und müffelt nach Feuchtigkeit und Insektenspray.
Noch diese Woche Samstag werden wir in ein Haus ziehen, das wir glücklicherweise schon am zweiten Tag in Sambia gefunden haben. Mutandwa Road 80 b. Distrikt Roma. Achtung dies ist keine Postadresse. Die kommt noch, wenn sie beantragt ist, ich schreib das nur für Christian und andere Google Maps-Sucher. Es ist ziemlich groß, hat einen wunderschönen Garten mit vielen Bäumen. Unter anderem Bananen, Mango, Guave und Afrikaorange. Ein Gemüsebeet gibt es auch und nicht zu vergessen einen Pool.

garten
Die für mich größte Herausforderung, die ich zur Zeit sehe, sind der Gärtner Mr.Sulu und seine Frau Mikka, die mein Hausmädchen sein möchte.
Beide sprechen kaum Englisch, nur ihren Landesdialekt Nyjanga.
Da sie aber seit fünf Jahren mit ihrer 12 Jährigen Tochter auf unserem Grundstück im Gärtnerhaus wohnen, hoffen sie natürlich auf eine neue
Anstellung bei uns. Mr. Sulu kann glaube ich nur böse schauen und seine Augen sind gelb und rot unterlaufen. Dafür macht er einen guten Gärtnerjob wie man sieht. Mikka lächelt zwar, kommt aber sehr unterwürfig und somit unecht rüber. Na ja, beide bekommen natürlich die Chance sich zu bewähren. Ich muss nun lernen die große Arbeitgeberin und Misses zu sein. Ehrlich, so schön das alles auch klingt, richtig Freude macht mir das nicht. Zumal ich viele Stunden alleine im Haus bin.
Von Leos Arbeit aus wird uns ein 24 Stunden Sicherheitsdienst auferlegt, was nicht schlimm ist, weil die Firma diesen auch bezahlt. Das bedeutet ,
jederzeit sitzt ein Mann am Gartentor und hat nichts anderes zu tun, als uns das Tor zu öffnen, wann immer wir rein oder raus wollen. Das macht man bei großen Grundstücken so, damit eventuell rumlungernde Jungs wissen, dieses Haus ist jederzeit bewohnt.
Heute ist Freitag und am Abend fahren wir zu Leos Chefin, die uns einen Gard für die Nacht vorstellt.
Wir haben beschlossen, eine private Suche nach Personal zu starten, da dann die Angestellten nichts an Organisationen abgegen müssen und uns ist es nicht wichtig, dass die Jungs Uniform tragen.

Bis bald